Umgang mit dem kleinen Beutenkäfer

Umgang mit dem kleinen Beutenkäfer

 

Artikel übersetzt aus dem englischen von Roland Jochem,

ursprünglicher Artikel von der:

University of Arkansas

Division of Agriculture, Cooperative Extension Service

Der kleine Beutenkäfer Aethina tumida ist ein Schädling von Bienenstöcken, der ursprünglich aus Afrika südlich der Sahara stammt. Diese Käfer leben in fast allen Bienenvölkern in ihrem Ursprungsgebiet, aber sie richten dort wenig Schaden an und werden selten zur starken Bedrohung.
Wie der Schädling seinen Weg in die USA nahm, ist nicht bekannt, aber er wurde zum ersten Mal bei von Varroa geschädigten Bienenvölkern in Florida im Jahr 1998 entdeckt. Er hat sich seither in mehr als 30 US-Bundesstaaten verbreitet, besonders im Südosten. Inzwischen gibt es dauerhafte Kolonien sogar in Alaska und Kanada.

 

 

Die Käfer haben sich wahrscheinlich mit Paket-Bienen verbreitet und wurden auch von wandernden Imkern transportiert. Aber die erwachsenen Käfer sind gute Flieger und in der Lage etliche Kilometer auf eigene Faust zu reisen.
In den USA sind die Käfer in der Regel ein sekundärer Schädling, der nur auftritt, wenn Bienenvölker bereits gestresst oder durch andere Faktoren geschwächt sind. Der zusätzliche Befall mit Käfern kann eine erhebliche Belastung für die Bienenvölker darstellen, wenn sie durch die Varroa-Milbe und andere Ursachen bereits geschädigt sind. Wenn sich große Populationen von Käfern aufbauen dürfen, können auch starke Kolonien in kurzer Zeit zusammenbrechen.
Bienenvölker scheinen in der Lage zu sein, mit ziemlich großen Populationen von erwachsenen Käfer ohne Auswirkungen zu leben. Allerdings sind große Käferpopulationen in der Lage, enorme Mengen an Eiern zu legen. Diese Eier entwickeln sich schnell und führen zu einer raschen Zerstörung der ungeschützten Waben. Es gibt keine festgelegten Schwellenwerte für den kleinen Beutenkäfer, ab wann ein Bienenvolk geschädigt wird oder welche Faktoren mit der Volksstärke und der allgemeinen Gesundheit zusammenhängen. Durch die Aufrechterhaltung von starken Bienenvölkern wird die Zahl von erwachsenen Käfern niedrig gehalten. So können die Imker das enorme Fortpflanzungspotenzial der Käfer unterdrücken.


Beschreibung:
Erwachsene Beutenkäfer sind 5-7 mm lang, länglich oder oval, beige bis rötlich-braun, dunkelbraun oder schwarz in der Farbe und mit feinen Haaren bedeckt.

Aber ihre Größe und ihr Aussehen kann selbst innerhalb einer Beute sehr verschieden sein.

 

Bild: Erwachsene kleine Bienenstockkäfer kann man im Bienenstock oft mit eingeklapptem Kopf und Antennen beobachten. Sie sind von länglicher Form, etwa 6 mm lang, mit variabler Färbung, von hellbraun bis rötlich-braun, dunkelbraun oder schwarz.

 

 

 

 Die Larven des kleinen Beutenkäfers (links) können mit kleineren Larven der Großen Wachsmotte (rechts) verwechselt werden. Käferlarven zeichnen sich durch die zahlreichen Zacken am Körper sowie drei unterschiedliche Paare von Beinen in der Nähe des vorderen Endes aus. Wachsmottenlarven haben keine Stacheln und haben weitere vier Paare von kurzen, weniger entwickelten Scheinfüßen am hinteren Ende. Beide Schädlinge können im gleichen Bienenstock gefunden werden.

 Weibliche Käfer können die Abdeckung der Brutwaben durchstoßen. Eier können in Massen direkt auf eine verpuppte Honigbiene gelegt werden.

 

Erwachsene Käfer kann man manchmal auf der Oberfläche der Waben laufen sehen, während sie von Honigbienen verfolgt werden.

 

Erwachsene Käfer suchen Schutz vor Bienen in kleinen Spalten im Bienenstock, unzugänglich für Honigbienen. Der von den Bienen eingekittete Käfer wird bewacht und wird aber von den Arbeitsbienen gefüttert.

 

Käferlarven in den Zellen einer Wabe. Die Larven ernähren sich von Pollen und Honig sowie von Bienenbrut, Eiern und toten Bienen. Erwachsene Beutenkäfer können auch direkt auf Eier und Larven der Bienen Eier legen.

 

 

 

Bienenwaben mit kleinen Beutenkäfer-Larven nehmen ein glänzendes oder "schleimiges" Aussehen an. Honig der von Käferlarven kontaminiert ist, ist zum Verzehr ungeeignet, weder durch Bienen noch durch Menschen.

Erwachsen Käfer sitzen üblicherweise mit eingeklappten Antennen, Köpfen und Füßen in der Beute. Die Larven sind länglich, cremefarben bis leicht golden und entwickeln sich zu 10-12 mm langen Maden. Sie können mit jungen Larven der Großen Wachsmotte verwechselt werden. Die zwei Arten von Larven können durch ihr Aussehen unterschieden werden. Käfer-Larven haben drei Paare von gut entwickelten Beine in der Nähe des vorderen Endes, während Wachsmottenlarven drei Beinpaare in der Nähe der vorderen und vier Paare von weniger entwickelten Scheinfüßen in Richtung des hinteren Endes haben. Käferlarven haben auch zahlreiche Rückenstacheln, die den Wachsmottenlarven fehlen. Beide Schädlinge können gleichzeitig im selben Bienenstock gefunden werden.
Honigbienen sind nicht in der Lage, erwachsene Käfer effizient aus dem Bienenstock zu entfernen, und ihre harten Schalen sind für die Bienen nicht zu durchstechen. Vielmehr werden die Bienen oft dabei beobachtet, dass sie erwachsene Käfer über die Waben verfolgen. Die Käfer verstecken sich in Rissen und Spalten und die Bienen versuchen sie in diesen Verstecken zu „inhaftieren“ und an der Flucht zu hindern.

Die Käfer haben die Fähigkeit entwickelt, die Mundwerkzeuge der Arbeiterinnen mit ihren Antennen, ähnlich wie Drohnen zu stimulieren und sind in der Lage, ihre Wachen dazu zu bringen sie zu füttern. Dieses Verhalten ermöglicht den Käfern für längere Zeit in Haft zu überleben. Das Öffnen der Bienenstöcke für Inspektionen kann die Käfer aus ihrer Gefangenschaft zu befreien.


Manchmal ist die Käferpopulation zu groß für die Arbeiterinnen und die Käfer vermehren sich rasch. Dies kann wegen schlechtem Allgemeinzustand der Bienen oder zahlenmäßig rückläufiger Bienenvölker oder durch Fehler des Imkers geschehen. Wenn die Bienen schwärmen ist die Zahl der Bienen, die auf den Waben wachen, kleiner. Dadurch kann die Zahl der Käfer anwachsen. Wenn Kolonien aufgeteilt oder Ableger erzeugt werden, kann die Anzahl der Bienen in den neuen Kolonien nicht ausreichen, um die Beute gegen die Käferpopulation zu schützen. Begattungsvölkchen, wie sie in der Königinnenzucht verwendet werden, können besonders anfällig sein. Zuviel Honigraum bietet den Käfern reichlich Raum, um sich zu bewegen und sich zu verstecken und bietet zusätzlichen Raum zur Eiablage, da die Größe der Fläche, die die Arbeiterinnen kontrollieren müssen zu groß ist.

Die Verwendung von Fett-Teigen zur Bekämpfung der Tracheenmilbe oder das Zufüttern von Pollenersatz zur Proteinergänzung im Frühjahr kann die Käfer anlocken. Sowohl erwachsene Käfer, als auch Larven werden von diesen Nahrungsquellen angezogen. Wenn Futtermittel gefunden werden, die mit Larven befallen wurden, entfernen und entsorgen Sie diese unverzüglich, am besten in mehreren Lagen Kunststoffbeutel, um die Käfer an der Flucht zu hindern.
Die erwachsenen weiblichen Käfer können ihre Eigelege in Risse und Spalten innerhalb des Bienenstocks oder direkt auf Pollen und Brutwaben legen. Die Käfer können die Deckelung oder Wand einer Brutzelle durchstoßen und ihre Eier direkt darin ablegen. Ein einziger weiblicher Käfer kann über 1.000 Eier in seinem Leben produzieren. Käfereier sind in der Form ähnlich wie die von Honigbienen aber erreichen nur 2/3 der Größe.

Die Larven schlüpfen nach 2 – 4 Tagen und beginnen sofort, sich von Pollen, Honig und Bienenbrut zu ernähren. In 10 bis 16 Tagen schließen die Käfer ihre Larvenentwicklung ab und verlassen den Stock, um sich im Boden zu verpuppen. Der Großteil der Larven bleibt in etwa 180 cm Umkreis um den Bienenstock, sie können aber viel längere Strecken kriechen. Die Larven bohren sich bis zu 10 cm in den Boden, wo sie 3-4 Wochen bleiben bis zum vollständigen Abschluss der Verpuppung. Innerhalb von 1-2 Tagen wenn sie den Boden verlassen haben, werden die erwachsenen Käfer versuchen, ein Wirts-Bienenvolk zu finden. Sie finden die Beuten anhand von Gerüchen.
Die Erwachsenen sind starke Flieger und können andere Bienenstöcke leicht erreichen und sich verbreiten. Man glaubt auch, dass die Käfer mit den Bienenschwärmen reisen. Der einzelne Käfer kann bis zu 6 Monate und länger leben, und mehrere überlappende Generationen von Käfern können innerhalb einer Kolonie in einer Saison heranwachsen. Die Vermehrung wird im Winter eingestellt. Die erwachsenen Käfer sind aber in der Lage innerhalb der Wintertraube zu überwintern.


Schäden:

Wirtschaftliche Schäden durch Beutenkäfer erfolgen, wenn die Bienenpopulation nicht ausreicht, um die Waben vor Käferlarven zu schützen. Die erwachsenen Käfer dringen zuerst unbemerkt in die Kolonie ein und werden nach und nach mehr, entweder durch Vermehrung oder durch Einwanderung neuer Käfer von außerhalb. Sowohl die erwachsenen Käfer, als auch die Larven ernähren sich auch von Bieneneiern und Brut.

 Wenn eine große Anzahl von Käfern Eier in schwachen Kolonien legt und die Larven schlüpfen, können die Waben verwurmt werden und nehmen ein glitzerndes, schleimiges Aussehen an.

Anders als Wachsmotten, beschädigen die Käferlarven nicht unbedingt die Waben selbst und produzieren kein Gespinst. Verdorbener Honig kann aus den Waben ausgewaschen werden. Danach sollten die Waben für 24 Stunden eingefroren werden, um alle Eier und Larven zu töten und danach wieder in ein starkes Volk gehängt werden, damit sie ausgefressen und gereinigt werden. Wenn eine große Anzahl von erwachsenen Käfer den Honig durch Kot verunreinigt, folgt eine Infektion durch Hefen, wodurch der Honig zu gären beginnt und aus den Zellen tropft. In diesem Fall kann die Bienenkönigin das Legen einstellen und die gesamte Kolonie schwärmen. Schwache Kolonien sind besonders anfällig für Angriffe, aber auch starke Kolonien können durch große Populationen der Käfer zusammenbrechen. Ableger zur Königinnen-Produktion oder kleine Ableger sind besonders anfällig für Käferangriffe.

 

Es können plötzlich Probleme entstehen, wenn die Honigräume durch Bienenfluchten abgeteilt werden und die Honigwaben praktisch ohne Schutz durch Bienen zurückbleiben.
Wenn der Honig aus dem Bienenstock entfernt, aber nicht sofort geschleudert wird, können Käfer in die Waben eindringen und schnell einen großen Teil einer Honigernte ruinieren. Feuchte Honigwaben von kürzlich geschleudertem Honig sind auch sehr attraktiv und anfällig für Käferbefall. Honig, der von kleinen Beutenkäfern verunreinigt wurde, wird von Bienen abgelehnt und ist für den menschlichen Verzehr ungeeignet. Er darf nicht in Gläser abgefüllt oder mit anderen Honigen gemischt werden.

Feststellung des Befalls:

Käfer sind leicht bei der Durchsicht der Stöcke zu sehen. Wenn ein Bienenkorb geöffnet wird, können erwachsene Käfer entdeckt werden, wie sie über die Unterseite der äußeren Abdeckung laufen, oder auf beiden Seiten der inneren Abdeckung und an den oberen Stegen der Rähmchen. Auch kann man Käfer sehen, die über die Oberfläche der Rähmchen laufen. Um Käfer in der oberen Zarge zu erkennen, öffnen Sie den Bienenstock, legen Sie die Außenhülle auf den Boden an einem sonnigen Standort und legen Sie die obere Zarge auf die Abdeckung. Führen Sie die normale Durchsicht im Rest des Bienenstocks durch. Wenn in der oberen Zarge Käfer vorhanden sind, werden die erwachsenen Käfer sich aus dem Sonnenlicht zurückziehen, und nach etwa 10 Minuten, können Sie die Zarge anheben und nach Käfern im Deckel suchen. Käfer in der unteren Zarge werden sich in ähnlicher Weise zurückziehen in den Boden.
Streifen aus Wellpappe, an denen das Papier von einer Seite entfernt wird, oder Stücke von Kunststoff-Wellfolie kann man auf der Bodenplatte auf der Rückseite des Bienenstocks auslegen. Erwachsene Käfer, auf der Flucht vor Bienen, können Schutz in den kleinen Räumen der Wellen zu suchen und sind dort leicht zu erkennen. Wenn man die Kartonstreifen zu lange in der Beute lässt, können die Biene sie aber zerkauen und entfernen.

Varroagitter sind in der Regel nicht geeignet, um die kleinen Beutenkäfer zu entdecken. Erwachsene Käfer bevorzugen dunkle Umgebungen und werden zum oberen Teil der Beute wandern, falls die Beute einen offenen Boden hat. Dann sollte man die Wellstreifen auf den oberen Honigraum oder auf die innere Abdeckung legen. Kleine Beutenkäfer-Larven finden sich oft in Gruppen in den Ecken eines Bienenstocks oder auf den Rähmchen. Dieses Verhalten unterscheidet sie auch von Wachsmottenlarven, die verstreut über den gesamten Bienenstock gefunden werden. Ältere Larven orientieren sich zu Lichtquellen und im Honigraum kann eine einzelne Lampe in Bodennähe die Käferlarven anlocken, die den Ausgang aus den Bienenstöcken suchen, um sich draußen zu verpuppen. Diese Larven können abgefegt werden und in Seifenwasser ertränkt werden.
Oberflächen von Waben, aus denen schleimiger oder gärender Honig zu sprudeln scheint, sind Anzeichen für Käferaktivitäten. Gegorener Honig hat einen als verfaulende Orangen beschriebenen Geruch.
Wenn Sie die Anwesenheit von Käfern vermuten, können Sie mit Ihrem zuständigen Bieneninspektor einen Besuch vereinbaren, oder Sie können ein Exemplar in Alkohol zu Ihrem Sachverständigen zur Bestimmung bringen.


Behandlung:

Prävention ist die effektivste Taktik der kleinen Bienenstockkäfer-Kontrolle. Chemische Mittel sind verfügbar, aber nur von begrenztem Nutzen. Gute Pflege im Bienenstock und im Honigraum ist ausreichend, um Probleme mit den Käfern in den meisten Fällen zu vermeiden.

Eine Kombination aus gesunden Stöcken und Käferfallen wird in der Regel dazu beitragen, Käferbefall in einem überschaubaren Rahmen zu halten.
Halten Sie Bienenvölker gesund und stark. Reduzieren Sie Stress durch Krankheiten, Varroabefall und anderen Faktoren. Erhalten und vermehren Sie Bienenbestände mit erkennbarer Stockhygiene, die besser in der Lage sind die Schädlinge und kranke Brut zu erkennen und zu entfernen.

Beseitigen oder verstärken Sie schwache Kolonien oder setzen Sie neue Königinnen zu.
Seien Sie vorsichtig beim Zusammenfügen zweier Völker oder dem Austausch von Waben und Magazinen, weil Käfer und ihre Eier in die andere Kolonie übertragen werden können. Das Teilen von stark befallenen Bienenstöcken kann einen ernsthaften Ausbruch verursachen, wenn zu wenige Bienen bleiben, um den Bienenstock zu schützen. Vermeiden Sie es den Honigraum zu stark zu erweitern, da der Bereich, den die Bienen bewachen müssen zu groß wird. Achten Sie auf saubere Beuten und Honigräume um nicht mehr Käfer anzulocken. Vermeiden Sie das Werfen von Wildbauresten auf die Erde rund um Bienenstöcke, da dies die Schädlinge anlocken kann. Erwachsene Käfer scheinen schattige Standorte zu bevorzugen. Wenn möglich, stellen Sie Beuten dort auf, wo sie direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind (zumindest einen Teil des Tages). Halten Sie Beuten und Rähmchen in gutem Zustand. Verzogene, rissige und faule Beuten liefern Käfer viele Orte zum Verstecken und sie sind schwieriger von den Bienen und vom Imker zu erkennen. Wenn Schmutz sich im Boden der Beuten ansammelt, können die Käferlarven sich im Magazin verpuppen. Regelmäßige Reinigung oder Verwendung von offenen Böden können diese Ansammlungen von Schmutz verhindern.

 

 

 

 

Um kleine Beutenkäfer im Honigraum eines Bienenstocks zu erkennen, legen Sie die Zarge auf den Deckel des Bienenstocks an einem sonnigen Standort für etwa 10 Minuten. Das helle Licht wird die erwachsenen Käfer bis auf den Deckel treiben. Wenn der Honigraum angehoben wird, kann man erwachsene Käfer, falls vorhanden, an der Innenseite des Deckels sehen.

 

Mechanische Fallen für kleine Beutenkäfer:
 
Zahlreiche mechanische Fallen stehen zur Verfügung, um den kleinen Beutenkäfer im Bienenstock zu kontrollieren und die Zahl der erwachsenen Käfer klein zu halten. Durch die Aufrechterhaltung einer überschaubaren Anzahl von erwachsenen Käfern im Bienenstock können die Imker in der Regel einen großen Befall von Larven verhindern, wodurch am meisten Zerstörung verursacht wird.
Die „Hood-Falle“ wird an einem Standard-Rähmchen befestigt. Sie verfügt über ein Fach mit Apfelessig als Lockstoff und mehrere Fächer, die mit Mineralöl gefüllt sind, in denen die Käfer ertrinken. Ein Nachteil dieser Konstruktion ist der leere Raum um die Falle, den die Bienen oft mit Drohnenwaben füllen. Dieser Bereich mit Drohnen-Waben kann jedoch regelmäßig entfernt werden und so zur Reduzierung der Varroa-Milbe beitragen.
Die „Westen-Falle“ ist an der Bodenplatte platziert und erfordert eine Holzzwischenlage, um den ordnungsgemäßen Abstand unter den Rahmen zu halten. Es enthält einen flachen Behälter mit Mineralöl oder Speiseöl und ist von einer Lattenkonstruktion, die Bienen aussperrt bedeckt. Erwachsene Käfer kriechen von oben in die Falle beim Versuch vor den Bienen zu entkommen und werden ins Öl fallen und ertrinken. Die Beute muss mit der Wasserwaage ausgerichtet werden, damit diese Falle funktioniert. Diese Fallen sind nicht für die Verwendung mit offenen Böden geeignet.
Die „Freeman Beetle Falle“ ähnelt der „Westen-Falle“ in der Funktion. Sie ersetzt die Bodenplatte mit einem 3 mm Siebgewebe, wie es für Varroabekämpfung eingesetzt wird. Ein ölgefülltes Tablett wird in ein Fach unter dem Gitter eingefügt. Die Käfer flüchten vor den Bienen in die Falle, fallen in das Öl und ertrinken. Wandernde Larven können auch in die Falle tappen, wenn sie versuchen, den Bienenstock zu verlassen, um sich zu verpuppen. Diese Fallen können passiv auch einige der Varroa-Milbe beseitigen. Die Beuten müssen mit der Wasserwaage ausgerichtet werden.

„AJ Beetle Eater Fallen“ bestehen aus flachen ölgefüllten Mulden mit Rillendeckel. Die Fallen werden zwischen den Rähmchen mit Brut oder Honig eingesetzt. Erwachsene Käfer gehen in die Fallen, um sich vor den Bienen zu verstecken und fallen in das Öl. Diese Fallen sind billig und einfach zu verwenden, aber man muss sie regelmäßig leeren und wieder auffüllen. Auch neigen die Bienen dazu einige der Rillen mit Propolis zu verschließen. Der Hersteller legt nahe, mit einer kleinen Vinylfolie am oberen Rand der Falle das Verkitten zu verhindern, aber das kann die Käfer bei zu starker Abdeckung vor dem Fall in die Falle bewahren.

Ähnlich in Design und Funktion, sind „Cutt the Beetle Blasters“ Einwegfallen. Sie können weggeworfen werden, wenn sie voller Käfer sind.
„Sonny-Mel-Traps“ kann man selbst machen, sie bestehen aus einem kleinen Kunststoff-Sandwich-Box mit 3 mm Löchern. Der Boden der Falle ist mit einer Schicht von Mineralöl gefüllt und enthält einen kleineren Behälter (in der Regel einen kleinen Kunststoffdeckel oder Flaschenschraubverschluss), der Flüssigköder enthält. Um den Köder zu machen, mischen Sie 1 Tasse Wasser, 1/2 Tasse Apfelessig, 1/4 Tasse Zucker und die Schale von einer reifen Banane, in kleine Stücke geschnitten und lassen Sie es 1-2 Tage gären. Die Fallen werden oben auf die Rähmchen des obersten Honigraums in eine Leerzarge gesetzt, um Platz für die Fallen zu haben.
Die „USDA Käfer Falle“ nutzt einen Köder von fermentiertem Pollen und einen „Einbahnstraßen“-Zugang in der Bodenplatte, ähnlich wie bei einer dreieckigen Bienenflucht, durch die die Käfer in eine ölgefüllte Kammer auf der anderen Seite gelangen und gefangen werden. Diese Fallen können auch bei offenen Böden oder Gittern zur Varroabekämpfung oder Lüftung verwendet werden.

 Honig, der aus einer Kolonie entfernt wird, sollte innerhalb von 1-2 Tagen geschleudert werden. Deckelwachs mit Honigresten ist ein attraktives Futter für Käfer und sollte schnell verarbeitet oder in verschlossenen Behältern aufbewahrt werden. Honigräume aus schwachen Kolonien sollten entfernt werden, um das Gebiet der Waben, das die Bienen bewachen müssen zu verringern. Wenn sie nicht fertig für das Schleudern sind, können diese Honigräume auf starke Kolonien gesetzt werden, ähnlich wie man sich vor Wachsmottenbefall schützt. Allerdings, wenn kleine Beutenkäfer und ihre Eier auf den Waben vorhanden sind, kann die Zugabe dieser Käfer ausreichen, um die starke Kolonie zusammenbrechen zu lassen. Honigwaben können bei -12 ° C für 24 Stunden eingefroren werden, um alle Stufen der Käfer vor der Übertragung der Waben zu töten. Bewahren sie leere Waben bei einer guten Luftzirkulation und mit weniger als 50 Prozent Luftfeuchtigkeit auf.
Pollenfallen sollten nicht für längere Zeit an stark befallenen Bienenstöcken bleiben. Die ungeschützten Pollen können als wesentliche Proteinquelle für Käfer sowie als ein geschützter Brutplatz dienen.
Nutzen Sie mechanische Fallen im Bienenstock, um die Anzahl der erwachsenen Käfer, die Eier legen können zu reduzieren, dann benötigen Sie gleichzeitig kein Pestizid.


Bodenbehandlung
Das Puppenstadium ist die anfälligste Zeit im Käfer-Lebenszyklus. Leicht feuchter, lockerer, sandiger Boden ist optimal für ihre Entwicklung. Die Beuten auf hartem, lehmigen Boden oder felsigem Boden abzustellen reduziert die Zahl der Käferlarven, die sich erfolgreich verpuppen. Wenn Larven in der Kolonie vorhanden sind, kann der Boden rund um den Bienenstock mit Permethrin getränkt werden, um die Larven an der Verpuppung zu hindern und sie im Boden zu töten. Mit Vorsicht anwenden, denn Permethrin ist sehr giftig für Bienen!
Bereiten Sie die Behandlung vor, indem sie Bienentränken abdecken und die Vegetation rund um die Bienenstöcke, die behandelt werden abmähen, damit die Lösung direkten Kontakt mit dem Boden hat. Mischen Sie 5 ml (1 Teelöffel) GardStar® 40% in 4 Liter Wasser (genug, um sechs Beuten zu behandeln). Um zu verhindern, dass man den Bienenstock vergiftet nicht sprühen oder zerstäuben. Tragen Sie die Lösung mit einer Gießkanne mit Brause auf. Den Bereich vor dem Bienenstock gründlich tränken (und darunter, wenn offene Böden verwendet werden), benetzen Sie eine Fläche von 6 bis 8 Metern um den Bienenstock, so dass wandernde Larven auf alle Fälle Bodenkontakt haben.

Die Anwendung sollte in den späten Abendstunden, wenn nur wenige Bienen fliegen, gemacht werden. Vermeiden Sie den Kontakt jeder Oberfläche des Bienenstocks oder Landebretts mit dem Insektizid. Tests zeigen, dass Permethrin sich an die Erde bindet und für 30-90 Tage wirksam bleibt, je nach Bodentyp, pH-Wert und Feuchtigkeitsgehalt. Erneut anwenden nach Bedarf.
Permethrin ist ätzend und kann irreversible Augenschäden verursachen. Augenkontakt vermeiden, und tragen Sie entsprechende Schutzkleidung während der Anwendung. Lesen und befolgen Sie alle Anweisungen auf dem Etikett für die Nutzung von Pestiziden.
Studien haben gezeigt, dass im Boden lebende Nematoden das Potenzial haben, die Verpuppung der Käfer zu stören. Einige Arten dieser Nematoden sind im Handel von biologischen Lieferanten für den Einsatz in der Erde unter und um Bienenstöcke zu erwerben. Es ist noch nicht klar, ob diese Nematoden wirksam bei allen Bodenarten sind und ob sie bei Dürre oder bei den Winterbedingungen in Arkansas überleben können. Allerdings können sie sich als Teil eines umfassenden integrierten Pflanzenschutzes einplanen lassen.
Wegen der unzureichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Wirksamkeit dieser Kontrollverfahren kann die Universität von Arkansas keine spezifischen Empfehlungen für den Einsatz von Nematoden zu diesem Zeitpunkt geben.


Chemische Behandlung in der Bienenstock
Die Chemikalie „Coumaphos“ (wie z.B. Checkmite+ zur Varroabekämpfung) ist als einziges Pestizid für die Behandlung erwachsener Kleiner Beutenkäfer in Bienenstöcken in Arkansas zugelassen.
• Verwenden Sie einen Streifen Checkmite+ pro Bienenstock.
• Die Behandlungen sollten nicht angewendet werden, während Honig gesammelt wird.
• Stellen Sie keine Honigräume auf einen Bienenstock bis 14 Tage nachdem die Checkmite+-Streifen entfernt wurden, oder behandeln Sie die Beuten nachdem der Honig geerntet wurde.
• Bereiten Sie eine 10 x 10 cm großes Stück Wellpappe durch Entfernen der Papieroberfläche von einer Seite und auf der glatten Seite durch Abkleben mit Klebeband vor, damit die Bienen es nicht zerreißen oder entfernen.
• Schneiden Sie einen einzigen Streifen Checkmite + in der Mitte durch legen Sie beide Teile unter die gewellte Seite des Kartons.
• chemikalienbeständige Schutzhandschuhe müssen getragen werden beim Umgang mit den Pestizidstreifen – keine Leder-Bienenhandschuhe beim Umgang mit diesem Produkt tragen!
• Setzen Sie den Karton, mit den Streifen nach unten auf die Mitte der Bodenplatte oder über die innere Abdeckung, wenn ein offener Boden verwendet wird.

• Die Käfer werden Zuflucht in den Wellen suchen und Kontakt mit den Streifen haben. Die Bienen sind so nicht in der Lage, das Pestizid zu kontaktieren.
• Lassen Sie die Behandlung Streifen an seinem Platz für mindestens 42 Tage, aber nicht mehr als 45 Tage.
• Entsorgen Sie die Streifen nach Gebrauchsanweisung.
• Behandeln Sie die gleiche Kolonie nicht mehr als zwei Mal innerhalb eines Jahres mit Coumaphos.

Diese Anleitung dient als allgemeine Richtlinie. Die Benutzer sind selbst für das Lesen und das Befolgen von Anweisungen auf dem Etikett und die rechtliche und angemessene Nutzung von Pestiziden zuständig.